Petajoule

Petajoule

Der Podcast der Österreichischen Energieagentur

S02E12 | Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz, Teil 5: Umweltministerin Gewessler

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

2030 soll der nationale Gesamtstromverbrauch zu 100 % aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt sein, und zwar bilanziell. Dafür sollen Anlagen, die Windkraft, Sonnenenergie, Wasserkraft und Biomasse in elektrische Energie umwandeln, installiert werden - in einem Ausmaß von 27 Terawattstunden (TWh) zusätzlich. Um dieses und weitere Ziele zu erreichen, hat die Regierung Mitte September das Erneuerbaren-Ausbau-Paket vorgelegt und bis 28. Oktober in die öffentliche Begutachtung geschickt.

Während dieser Phase der Begutachtung haben wir den Gesetzesvorschlag in einer eigenen Serie von Petajoule mit Vertreter*innen der Energiebranche besprochen. Beleuchtet wurden dabei die Perspektiven der E-Wirtschaft, der Windkraft, der Netzbetreiber und der Photovoltaik.

In dieser letzten Folge von Petajoule zum Entwurf des EAG bezieht nun die zuständige Umweltministerin Leonore Gewessler im Gespräch mit Herbert Lechner (wissenschaftlicher Leiter der Österreichischen Energieagentur) Stellung. Ihr zu Folge erwarten sich die Menschen von der Politik klare Ansagen und ein entschlossenes, konsequentes Handeln in Richtung Energiewende. Mit dem EAG schaffe man enorme inländische Wertschöpfung und neue, moderne Arbeitsplätze in einer wachsenden Branche. Bei dem in der Branche durchaus kontrovers diskutierten Thema der Erneuerbaren Energiegemeinschaften sagt die Ministerin: „Wir sind europaweit unter den ersten, die das mutig umsetzen .“ Man schaffe damit nicht nur Akzeptanz, sondern mobilisiere auch privates Kapitel für die Energiewende.

Wesentlich sei Einigkeit über alle politischen Ebenen, so Gewessler: Gemeinden, Städte, Länder und der Bund müssten konsequent vorangehen, vorzeigen und immer wieder kommunizieren, dass die Energiewende für alle von Vorteil sei: Von zukunftsträchtigen Arbeitsplätzen bis hin zu besserer Luft.

„Niemand hat angezweifelt, dass wir auch 2030 weiter gasförmige Energieträger brauchen werden und vermutlich auch darüber hinaus. Klar ist aber auch: Fossiles Gas ist eine Sackgasse und das wird nicht zielführend sein“ formuliert die Ministerin deutlich und spricht damit auch das Thema Netzengpässe und Stabilisierung des Stromnetzes an.

Schließlich müsse man von einer Streitlogik in eine lösungsorientierte Logik kommen, appelliert die Ministerin an die Stakeholder: Denn nicht jeder Dissens sei ein Streit.

Fundstücke

Bundesministerin Leonore Gewessler

Studie „Wirtschaftswachstum und Beschäftigung durch Investitionen in Erneuerbare Energien“ Energieinstitut an der Johannes Kepler Universität Linz

Herbert Lechner

Energiebericht der Österreichischen Bundesregierung 1993 „Energiepolitik auf dem Weg ins dritte Jahrtausend“ (pdf)

Flexible PV-Module von DAS Energy, made in Wiener Neustadt.

Christoph Dolna-Gruber

Agora Energiewende: Akzeptanz und lokale Teilhabe in der Energiewende (pdf)


Kommentare

Herbert Saurugg
by Herbert Saurugg on
Interessantes und sehr sympathisches Interview. Doch eines verstehe ich noch immer nicht. Es wird eine enorme Herausforderung, die 27 TWh EE Strom bis 2030 umzusetzen. Vor allem, da es ja nicht nur um die Erzeugung, sondern vor allem auch um die Speicherfähigkeit gehen sollte, die bislang nur immer eine Randnotiz darstellt. Aber wie wollen wir im gleichlangen Zeitraum von 2030 bis 2040 komplett Klimaneutral werden? Bei Strom geht es um eine bilanzielle Aufstockung um rund 30 % von derzeit ca. 70 auf 100 %. Strom hat aber nur einen Anteil von 20-25 % vom Primärenergiebedarf, der hauptsächlich fossil gedeckt wird. Auf der globalen Dimension - um die es eigentlich gehen sollte, schaut es nochmals düsterer aus (https://www.saurugg.net/2020/blog/stromversorgung/energy-storage-and-civilization) Die Energie-Gemeinschaften können sicher ein wichtiges Instrument sein, um die Energiewende voranzutreiben. Aber wenn die Hauptmotivation "Kostensparen" ist, dann wird das nicht funktionieren. Wir brauchen hier funktionale Einheiten ("Energiezellen") - die auch einen wichtigen Mehrwert (gesellschaftliche Robustheit) liefern könnten. Nur das ist bisher kaum ein Thema: https://www.kommunal.at/blackout-vorsorge-den-gemeinden

Neuer Kommentar

Durch das Abschicken des Formulares stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere Personenbezogene Daten. Die Nutzung von deinem echten Namen ist freiwillig.